Dann vielleicht doch lieber heute
Geschichten so groß so zart
Zuhörer um sich schart.
Sind die Wege eines Anderen,
die Entscheidungen auf seinen Wanderungen.
Fremde Erfahrungen, wie Erinnerungen
die mich zu Tränen rühren,
mir Gefühle offenbaren in Stürmen,
mich verzückt mit allen Sinnen.
Ich höre zu und mache mir Gedanken.
Euro Doller oder Franken,
was wäre ich bereit zu geben,
um mich in neue Gewässer zu begeben?
Höre zu und mache mir Gedanken.
Wo sind meine eigenen Schranken?
Hab ich sie zu eng gesteckt?
Mein eigenes Talent versteckt?
Wo beginnt die Geschichte, wo hört sie auf?
Wo ist der Fronttext?
Was der Subkontext?
Ist das gute Ende noch ein Stück bergauf?
Ich lausche begierig den Berichten
und glaube mit Nichten,
dass es so einfach ist.
Doch da jeder in anderen Maßstäben misst,
höre ich weiter zu
und es gibt mir fast mehr Mut.
Ich habe fast den Drang etwas zu tun.
Alles zieht sich in mir zusammen
und ich fühle fast die Schrammen
die beim Redner schon verheilten
und ihm hinterließen die schöneren Seiten.
Ich spüre einen Zug in meinem Bauch,
den Druck, der sich auf meiner Brust aufgebaut.
Und auch,
wenn es mich irritiert,
bin ich nun hellauf fasziniert.
Ich möchte das auch!
Das sagt mein Bauch.
Weg mit dem Frust!
Sagt mir die Brust.
Da habe ich etwas gefunden
in den Wunden
eines Fremden!
Doch ich habe das Gefühl ihn zu kennen.
Hab so viel Vertrauen,
könnte sofort anfangen, auf Nägel mit Köpfen zu hauen.
Und da hab ich es gefunden,
nach Jahren, Monaten, Tagen und Stunden,
meine Motivation!
Ich bin bereit!
Und mit der Zeit
werde ich es schaffen,
es machen,
all die tollen Sachen.
Werde sie gehen
und sehen
all die tollen Wege,
die Stege.
Die unendlichen Gewässer der Möglichkeiten sehen,
und verstehen,
dass das Leben so viel für uns bereit hält
und dabei nur unsere eigene Entscheidung zählt,
es zu leben,
denn es kann uns sonst keiner geben.
Meine Augen leuchten vor Begeisterung.
Die Rede hat mich erobert wie im Sturm.
Ich setze ein ins Klatschen der Anderen
und bin fest entschlossen
zu meiner eigenen Wanderung.
Dann lasse ich den Blick schweifen
und beginne zu begreifen,
dass ich nicht die Einzige bin,
die vorhat, dem trägen Alltag zu entrinnen.
Selig gestimmt
und die überschwängliche Motivation bereits gedimmt,
mache ich mich auf den Nachhauseweg.
Dort wo alles komfortable meines Lebens bereitsteht.
Zuhause angekommen, hab ich die Rede nicht vergessen,
doch wozu stressen.
Mit dem Kühlschrank voller Essen
und der Wärme und Sicherheit der Wohnung
wäre glatt vermessen.
Zeit für Sorgen
bliebe dann doch eher morgen.
Zeit etwas anzupacken?
Wieso heute damit noch abzurackern.
Mir wurde so viel Zeit geschenkt,
mit der jeder eben so viel anfängt,
wie es gerade passt.
Also fast…
Aber warum stressen
dies würde mich nur fesseln.
Und darauf habe ich keine Lust,
das gibt nur Frust.
Nächste Woche ist auch noch ein Tag,
an dem es besser passen mag.
Oder in einem Monat
wie mein schlechtes Gewissen gleich kontert.
Und so geht es weiter
ganz heiter
streiten sich Gewissen
und mein neues Wissen.
Finden keinen Einklang.
„Konfliktfreie Entscheidung!“
fordert mein Verstand.
Und so verstaue ich das ganze Thema lieber in einem Glas,
denn was soll die Farce?
Stelle es gut sichtbar erst einmal beiseite
und fühl mich fast so,
als ob mich gerade jemand befreite.
Und in einem Jahr
finde ich das Mason Jar
und merke,
statt mich über das neue Wissen zu stressen,
hab ich alles vergessen.
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